Westcoastswing

Tanzbeschreibung

Der West Coast Swing (WCS) ist ein relativ junger Tanz und gehört in den USA zu den angesagtesten Paartänzen. Seit 1988 ist er der offizielle Nationaltanz des Bundesstaates Kalifornien. Das West Coast Swing-Fieber schwappt nun auch nach Europa über und findet eine stetig wachsende Zahl begeisterter Fans.

Entwickelt hat sich der West Coast Swing an der Westküste der USA in den 50er Jahren aus dem Lindy Hop und Jitterbug der 30er- und 40er-Jahre. Der Name “West Coast Swing” etablierte sich jedoch erst Anfang der 60er-Jahre.

Typisch für den WCS sind seine weichen und geschmeidigen Bewegungsabläufe, resultierend aus der Führungstechnik. Diese basiert auf Zug und Druck. Er wird überwiegend linienorientiert (“slotted”) getanzt und erlaubt beiden Partner die Improvisation von Schritten und Bewegungen während des Tanzens.
Die Tanzlinie (“Slot”)

Die imaginäre Tanzlinie („Slot“) auf der der WCS getanzt wird, ist ein sehr schmaler Bereich von ca. 2,5 Meter Länge. Bei schnellerer Musik ist sie sogar noch kürzer. Die Dame tanzt auf diesem „Slot“ hin und her, während der Herr nach links oder rechts ausweicht und der Dame Platz macht. Der Herr tanzt überwiegend auf der Mitte des „Slots“.
Das Tanzen auf parallelen „Slots“ erlaubt es den WCS Tanzpaaren, in großer Zahl zu tanzen, ohne sich gegenseitig zu behindern.

Über das Entstehen des linienorientierten (“slotted”) Tanzen im WCS gibt es viele Mythen. Eine besagt, dass dies eine Erfindung der Hollywood Filmstudios sei, die damit erreichen wollten, dass die Tänzer sich in den Filmen stets auf der selben Fokusebene der Filmkameras bewegen und somit die Kameraleute nicht ständig neu scharf stellen mussten. Eine weitere Variante besagt, dass die Hollywoodstudios mit der Linienorientierung vermeiden wollten, dass die Tänzer mit dem Rücken zur Kamera stehen.
Auch den Tanzsaalbetreibern kam die Linienorientierung des WCS recht, passten dadurch mehr Paare auf die Tanzfläche ohne sich gegenseitig zu behindern.

Allerdings kennen auch der Lindy Hop und der Jitterbug linienorientierte Figuren.
Die Musik

Die Originalmusik in der Entstehungszeit des WCS war die Swingmusik der damaligen Zeit. Allerdings bevorzugten vor allem die jüngeren Tänzer die einfachere und lautere Musik des Rock’n Roll. Im Laufe der Zeit änderte sich mit der Musik auch der Geschmack der jungen Tänzer und so wird der WCS heute hauptsächlich auf moderne Musik unterschiedlichster Stilrichtungen (unter anderem auch Blues, Funk, Hip Hop, Soul, R&B) getanzt. Aber auch Songs der aktuellen Pop-Charts sind für den WCS geeignet. Dies zeigt sich auch in der Art und Weise, wie der WCS in der heutigen Zeit getanzt wird. Im Gegensatz zu anderen Swing-Tänzen wie dem Lindy Hop orientiert sich der WCS weniger an den ursprünglichen Schritten und Tänzen, sondern gilt als eine Swing-Tanz-Variante die “mit der Zeit geht”.

Das Tempo der für WCS geeigneten Musik reicht von sehr langsam (15 Takte per Minute = 60 Beats per Minute) bis sehr schnell (45 TpM = 180 bpm) reichen. Das ideale Tempo liegt bei ca. 30-32 TpM = 120-128 bpm.
Mit der Geschwindigkeit ändert sich auch der Charakter des Tanzes. Auf sehr langsame Musik wird mit sehr elastischer Führung getanzt sowie mit sexy und verführerischen Gehschritten der Dame. Das Körpergewicht der Dame kann dabei etwas nach hinten orientiert sein. Bei schnellerer Musik stehen beide aufrechter und die Führung wird kürzer und ist nicht mehr ganz so elastisch.

Aber auch das Tanzen auf Musik unterschiedlicher Stilrichtungen verändert das Aussehen des WCS.

 

Unsere Trainer:

Andreas Krug / Martina Mroczek
Stefan Bartosch / Marion Bartosch Clausnitzer