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  Trainingslager auf Mallorca



Nach einem Zwischensprint

Tag 1 – Freitag, der 20.Februar 2009

Ankunft auf Mallorca

 

Mit Hektik auf dem Weg zum Flughafen begann für einige das Trainingslager. Unser Flug startete um 15:10 in Frankfurt/Main, das Gepäck hatten die meisten bereits am Vortag abgegeben. Doch auch die letzten schafften es rechtzeitig zum Flug, der pünktlich um 17:25 Uhr in Palma de Mallorca landete.

Leider gab es einige Probleme mit unserem Reiseveranstalter, der nicht einsehen wollte, dass wir bereits im Voraus den Fahrrad-Transport gebucht hatten, so gab es eine längere Diskussion, die damit endete, dass wir ein Auto mieteten. Letzten Endes kamen wir doch irgendwann im Hotel an und stürzten uns direkt auf das Abendessen.

Gegen Abend bauten wir unsere Räder auf und guckten uns noch ein wenig in der Gegend unseres Hotels um, was ziemlich interessant war, da wir direkt am Ballermann 4 Quartier bezogen hatten.

 

 

Tag 2 – Samstag, der 21. Februar 2009

Hohes Tempo und Hungerast

 

Hätte ich gewusst, was mich am Samstag erwartet, wäre ich sicherlich früher ins Bett gegangen… Jedenfalls begann der erste Trainingstag in Mallorca für uns um 8 Uhr mit einem halbstündigen Lauf- und Dehnprogramm. Danach begaben wir uns ziemlich direkt zum Frühstück, was aber leider für mich nicht reichhaltig genug ausfiel, was aber sicherlich nicht am fehlenden Angebot lag, sondern an mir. Doch diese Nachlässigkeiten sollte ich erst auf dem Rad zu merken bekommen. Eigentlich wollten wir nur 3 Stunden locker fahren, da zwei bereits um 2 zurück sein wollten, um zwei weitere Fahrer mit dem Mietwagen vom Flughafen abzuholen. Um 11 Uhr und bei frühlingshaften 15°C schwangen wir uns also voller Tatendrang auf unsere Räder und fuhren die Küstenstraße entlang in Richtung Llucmajor. Das Tempo war relativ hoch, da wir alle 5km einen Sprint fuhren. So kamen wir schon kurz nach halb zwei wieder am Hotel an, beschlossen aber, bis auf die beiden Chauffeure, die zum Flughafen mussten, noch eine kleine Runde dranzuhängen. Die „kleine Runde“ bestand aus einer weiteren Straße nach Llucmajor, die aus ziemlich steilen Hügeln bestand, und dort bekam ich in voller Härte meine Nachlässigkeiten beim Frühstück zu bemerken. Jedenfalls kämpfte ich mich mit letzter Kraft besagte Hügel hoch und war froh, doch noch einigermaßen lebendig das Hotel wieder zu sehen. Gegen Abend trafen die letzten vom Flughafen ein und wir erreichten endlich unsere komplette Zahl von 16 Personen. Abends fand eine kurze Nach- und Vorbesprechung des zurückliegenden und des kommenden Tages statt.

 

 




Auf dem Puig de Randa

Tag 3 – Sonntag, der 22. Februar 2009

Puig de Randa

 

Wie auch jeder folgende Tag begann auch dieser mit einem halbstündigen Sportprogramm, doch diesmal erst um 8:30 Uhr, da wir uns entschlossen hatten, das Aufstehen und das Frühstück um eine halbe Stunde nach hinten zu ziehen, um nicht eine so große Lücke zwischen Essen und Fahren zu haben. Diese Maßnahme griff an diesem Tag auch bei mir und ich musste nicht wieder einen Hunger-Ast erleiden. Doch fangen wir erstmal um 11 Uhr, also dem Losfahren an: Mit frischem Mut und vom Frühstück gestärkt fuhren wir zum ersten Mal in Vollbesetzung an der Autobahn entlang nach Llucmajor und von dort aus in Richtung des Puig de Randa (534m über NN) . Da es nur eine Straße nach oben gibt, durften wir diese auch wieder runter fahren. Am Gipfel wurden wir auf zwei Gruppen aufgeteilt, eine, die schwächere, fuhr fast direkt zum Hotel zurück und die Gruppe der stärkeren machte noch einen einstündigen Umweg durch das Hinterland von Palma. Insgesamt waren die Gruppen zwischen 3 und 4 Stunden unterwegs, so dass wir doch wieder relativ früh ins Hotel zurückkehren konnten um noch einkaufen zu gehen oder einfach im Zimmer vorm Fernseher zu liegen. Abends stürzten wir uns natürlich wieder auf das Abendessen und besprachen anschließend noch die Route für den nächsten Tag.

 




Der Anstieg nach Galilea

Tag 4 – Montag, der 23. Februar 2009

Die ersten richtigen Anstiege

 

Nach dem üblichen morgendlichen Procedere saßen wir wieder alle um 11 Uhr auf den Rädern. Diesmal hatten wir vor, erstmal durch Palma durchzufahren, was nicht allen wirklich Spaß machte. Wir freuten uns, als wir endlich eine Kaserne am Ortsausgang passiert hatten, hinter der endlich der erste Anstieg begann. Diesen fuhr fast jeder in seinem eigenen Tempo hoch und oben wurde gewartet. Nach der Abfahrt teilten wir uns wieder wie am Vorabend beschlossen auf zwei Gruppen auf. Ich schloss mich diesmal der schnelleren Gruppe an, die hinauf zum Ort Galilea (auf etwas über 400m) und dann über den Berg „Es Grau“ fuhr. Dieser Anstieg war für mich der schwierigste des Tages. Er ging etwa 4km mit einer durchschnittlichen Steigung um 5% auf gut 480m über NN in Serpentinen nach Oben. Von dort stand uns noch ein längerer Anstieg in Richtung Valdemossa bevor. Davor lag aber erstmal eine schöne Abfahrt vom Es Grau hinunter. Nach Valldemossa stürzten wir uns auf einer gut ausgebauten Straße hinunter ins Tal, von wo es nur noch 10 leicht abfallende Kilometer bis nach Palma waren. In Palma fuhren wir dann einen Radweg am Strand entlang und dann schließlich die Promenade bis zu unserem Hotel. Ich hatte mich der richtigen Gruppe angeschlossen, denn die eigentlich weniger schnelle, dementsprechend auch zeitlich kürzere, zweite Gruppe erreichte das Hotel erst nach uns, da sie zwar den Anstieg nach Galilea ausließen, dafür aber einen Irrweg durch das Hinterland von Palma machten. Abends fielen wir alle schon ziemlich früh ins Bett, mit der Aussicht auf eine lange Tour entlang der Küstenstraße bei Andratx.

 




Der Start am Dienstag

Tag 5 – Dienstag, der 24. Februar 2009

*aua*

 

Eigentlich hatten wir uns auf die Küstenstraße gefreut, doch unsere Freude wurde schon beim Losfahren getrübt, da es angefangen hatte, leicht zu nieseln. An diesem Tag konnten wir eine entscheidende Feststellung machen: nämlich dass Kreisel auf Mallorca bei Regen bzw. Feuchtigkeit ziemlich glatt sein können. Bereits beim Einfahren in den ersten Kreisel aus s’Arenal hinaus, der nach einer leichten Abfahrt folgt hatte jemand in der vorderen Reihe gesagt, dass der Kreisel glatt sein könnte und man deshalb vorsichtig fahren sollte. Zwei Sekunden später lag dieser und noch zwei weitere, mich eingeschlossen, auch schon auf dem Asphalt. Zum Glück hat sich niemand ernsthaft verletzt, sodass wir nach einem kurzen Material-Check wesentlich vorsichtiger weiterfahren konnten. Jedoch beschlossen wir, nicht mehr in die Berge zu fahren, sondern lieber eine Tour durch das flache Zentrum Mallorcas zu machen. Wir fuhren über Inca richtung Felantitx und dann entlang der Südküste zurück nach Hause. Diese Küstenstraße war ein Schock für mich und alle die ebenfalls schon so platt waren; so wurden uns ab 50 km von zu Hause entfernt jeder einzelne verbleibende Kilometer angezeigt, was eine gewisse Streckung in der Wahrnehmung der Streckenlänge zur Folge hatte. Doch nach unzähligen kleinen Hügeln kam endlich die Bucht von Palma in Sicht und ich fiel nach größtenteils trockenen 177 km in ca. 6,5 Stunden ziemlich müde im Hotel ins Bett, um sofort den Fernseher anzuschalten und mit meinen Zimmergenossen Wintersport zu gucken, bis der erste von uns nach einer halben Stunde Erholung in der Lage war, die Dusche aufzusuchen… Jedenfalls hatten wir uns den Ruhetag am nächsten Tag wohlverdient.

 

 

Tag 6 – Mittwoch, der 25. Februar 2009

Endlich Ruhe!?

 

*Ächz*, das war mein erster Gedanke beim Aufstehen am Ruhetag! Es ist 8:10 Uhr und das allmorgendliche Joggen rief. Also schleppte ich mich runter in die Lobby, wo einige andere, denen es ähnlich ging, schon warteten. Wir versuchten mehr oder minder zum Strand runterzujoggen und dann wieder zurück, um uns dann zu dehnen und dann, so gegen viertel nach 9 zum Frühstück zu gehen. Trotz Ruhetag saßen wir um 11 Uhr wieder auf den Rädern, jedoch nur um eine Stunde in gemäßigtem Tempo im Hinterland von Palma rumzurollen. Gegen Mittag putzten wir unsere Räder und behoben kleinere technische Mängel, um uns dann in einer Pizzeria zum Mittagessen zu treffen. Den übrigen Nachmittag nutzten wir zum Erholen beim Plantschen im Innen-Pool, in der Sauna oder einfach nur im Bett. Natürlich gab es auch wieder ein reichhaltiges Abendessen im Hotel. Anschließend trafen wir uns noch um uns für den nächsten Tag die Küstenstraße bei Andratx vorzunehmen. Die meisten lagen wieder ziemlich früh im Bett zum schlafen. Irgendwie war der Tag zu kurz…

 




Auf dem Weg zur Küstenstraße

Tag 7 – Donnerstag, der 26. Februar 2009

Küstenstraße – wir kommen!

 

Wieder fuhren wir um 11 Uhr in Richtung Palma los um am Ortsausgang wieder den Berg vom Montag zu erklimmen. Da wir aufeinander Rücksicht nahmen, war es vorerst nicht notwendig die Gruppe zu teilen und deshalb machten wir uns gemeinsam über zwei weitere Anstiege auf den Weg zur Küstenstraße. Uns zeigte sich das Meer in seiner schönsten Form. Tiefes Blau, das fließend in das Blau des Himmels übergeht. Ab und an ragen einige Felsvorsprünge der Steilküste in das Wasser, was wir aus etwa 100m Höhe über dem Wasser wunderbar sehen konnten. Die Stimmung war bei allen sehr gut. Dazu trugen auch Temperaturen um 15 bis 20°C bei. Die Küstenstraße besteht aus lauter kurzen Anstiegen, die uns wieder nach Valldemossa führten, von wo aus wir um Palma herum Richtung Hotel fuhren. Es waren für mich wunderschöne 135km in knapp über 5 Stunden Fahrzeit, die zwar hart waren, aber für jeden Mallorca Besucher zu empfehlen sind!

 

 




Zwischenstopp an einer "Tanke"

Tag 8 – Freitag, der 27. Februar 2009

„Das war zu viel gestern…“

 

Die Anstrengungen des Vortages merkten wir fast alle heute in unseren Körpern. Der Puls will nicht mehr hoch und reagiert fast nicht mehr. Man sieht nichts mehr so wirklich, fährt einfach in Serpentinen gerade aus…

Nach einem Berg, dem Orient, der auf 540m ansteigt, war für uns alle Schluss. Daher beschlossen wir den Coll de Soller nicht zu fahren und für den letzten Tag aufzuheben. Auf Wunsch unseres Trainers fuhren wir noch in Richtung Randa. Einige entschieden den Puig de Randa vom Sonntag ein zweites Mal zu erklimmen. Der Rest fuhr über Llucmajor zurück.

 




Serra de Tramuntana

Tag 9 – Samstag, der 28. Februar 2009

Die letzte und längste Tour

 

Die letzte lange Tour sollte uns auf das Dach Mallorcas, den Puig Major, führen. Doch zuvor stand uns der 540m Hohe Col de Soller im Weg. Dort haben wir die Feststellung gemacht, dass Radfahren einen wirklich in einen rauschartigen Zustand versetzen kann. Wir sind mit ziemlich hohem Tempo die Serpentinen der Passstraße hinaufgefahren - viel zu schnell für unseren Ermüdungszustand aus dem Trainingslager, aber wir hatten unseren Spaß an diesem Anstieg, auch aufgrund einiger sinnloser Witze, und kamen voll gepumpt mit Adrenalin oben an. Bestens gelaunt stürtzten wir uns in die Abfahrt nach Soller. Am Ortsausgang beginnt auch schon der längste Anstieg der Insel, die Passstraße auf den Puig Major: 880 Höhenmeter auf 14 km mit 5,6% durchschnittlicher Steigung.

Oben angekommen eröffnete sich uns nach der Ausfahrt aus einem Tunnel der Einblick in eine wunderbare Hochgebirgswelt: Zur Linken lag eine Station des spanischen Militärs, hinter der man bereits einen der drei Stauseen erahnen konnte. Bereits wenige Meter weiter folgte die Abzweigung zu der Gipfelstation auf ca. 1400m, die aber für den normalen Verkehr, also auch für uns, gesperrt ist. Danach trafen wir nur noch einige Ziegen, die es sich auf dem Asphalt bequem machten oder uns einfach nur misstrauisch beobachteten. Wir passierten die drei Stauseen auf einer gut ausgebauten, aber sehr wenig befahrenen Straße, die uns in eine Gegensteigung führte, nach der es nur noch wenige Meter bis zur berühmten 360° Kurve nach Sa Calobra sind. Die schwächeren kehrten an dieser Kurve um und fuhren wieder auf den Gipfel zurück, die besseren fuhren bis nach Sa Calobra an die Küste hinab und dann wieder den 10 km langen Anstieg hinauf. Währenddessen war die schwächere Gruppe bereits wieder am Anstieg hinauf zum Col de Soller, auf dem einige von uns auf dem Zahnfleisch fuhren. Das Wetter hatte sich leider etwas verschlechtert, es fielen ab und an ein paar Regentropfen. Für mich glich der Anstieg doch sehr stark dem Tunnel, der unter ihm hindurchführt, doch leider ging unser Tunnel dauerhaft in Serpentinen bergauf. In der Abenddämmerung fuhren wir durch Palma und entlang der Uferpromenade, um nach 7 Stunden und 2700 Höhenmetern gegen 18:15 Uhr das Hotel zu erreichten. Die Gruppe, die noch in Sa Calobra war, war fast 8 Stunden auf dem Rad und fuhr über 3250 Höhenmeter.

In den letzten Abend gingen wir mit gemischten Gefühlen, zum einen waren wir froh, dass die Quälerei ein Ende finden würde, zum anderen aber auch etwas Wehmut, da wir den Mallorcinischen Frühling bald hinter uns lassen mussten und in das kalte Deutschland zurück kehren mussten.

 

 

Tag 10 – Sonntag, der 1. März 2009

Ab nach Hause!

 

Den letzten Tag begannen wir mit dem Frühsport-Programm, das uns die vergangenen 9 Tage erst richtig aufgeweckt hatte, und dem üblichen Frühstück. Danach mussten wir bis 11 Uhr unsere Zimmer räumen. Da wir bis zu unserem Rückflug noch viel Zeit hatten, gingen einige noch auf eine letzte Abschiedstour auf Mallorca. Anschließend verpackten wir unsere Räder und trafen uns zum Abschiedsessen in „unserer“ Pizzeria und flanierten dann ein letztes Mal an der Uferpromenade entlang. Einige waren bereits morgens geflogen und weitere wurden am Nachmittag abgeholt. Unser Flug hob gegen 20 Uhr in Palma ab um gegen 22 Uhr in Frankfurt am Main zu landen.

Ich denke, das Trainingslager hat mich physisch und psychisch an meine Grenzen gebracht. Trotzdem war es toll, dabei gewesen zu sein. Vielen Dank an unsere Reiseorganisatoren und an alle die dabei waren - wir hatten viel Spaß zusammen und haben uns alle weiterentwickelt.

DANKE!!!

 

Max, U17-Fahrer (1. Trainingslager)

 

 





 
   

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